Würdigung der Frauen: Vom Kondor und Adler

Adler oder Kondor?
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In unserem gängigen gesellschaftlichen Modell werden Autoritäten von oben nach unten vergeben. Auch, wenn wir uns in einer geglaubten Demokratie befinden, die Dinge ändern sich ständig.

Aus der Vergangenheit wissen wir, dass selbst in den aufgeklärtesten europäischen Gesellschaften davon ausgegangen wurde, dass der König sein Macht von Gott habe und dass es ihm freistehe, diese an seine adeligen Untertanen weiterzugeben. Doch die königliche Gnade reichte nicht zu den Menschen ganz unten. Diese waren ´nicht genug´ für die göttliche Liebe und Vollkommenheit.

Von den Irokesen können wir die Einstellung lernen, dass die Kraft von unten nach oben geht. Mit der Basis eines Abkommens zu gegenseitigem Schutz und Wohlergehen. Statt dem “Du sollst nicht!”, also einem schuldorientierten System (klassisch europäisch religiös …) war diese Stammeskultur, welche übrigens die Grundlage der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung bildet,  eher schamorientiert. Die starke Identifikation mit der Gemeinschaft brachte die Mitglieder dazu, Übertritte zu vermeiden, die sie selbst und den Clan beschämen könnten. Jeder tat das somit für sich und das Kollektiv.

Benjamin Franklin erkannte dies, doch etwas wurde ignoriert:

Die Rolle der Frauen

Ein Kondor
Ein Kondor

Der sogenannte Ältestenrat der Großmütter verteilte damals die Ressourcen nicht nach dem sozialen Stand, sondern nach Bedürftigkeit. Nur sie konnten einen Häuptling ernennen oder ihn für ein Fehlverhalten anklagen. Politisch notwendig und selbstverständlich war das harmonische Zusammenleben und das gemeinsame Wirken von Männern und Frauen. Das war auch der Grund, warum es keinen allmächtigen Adel brauchte und es relativ gleichberechtigt zuging. [1]
Und wo ist dieses alte Wissen heute?

Im Indianischen, wie auch im Asiatischen und der Lehre der Elemente gilt die Erde, die Pflanzen und das Land als weiblich. Grundlagen des Lebens, wie der Anbau von Nahrungsmitteln, die Zubereitung, die Geburtshilfe und Fürsorge für Kinder waren fest in weiblicher Hand und für die Männer waren diese Kompetenzen der Frau ganz klar und deutlich. Die Frauen hatten sogar das letzte Wort darüber, ob die Männer in den Krieg ziehen sollten. Und das nicht zu selten, das ist aus Überlieferungen ersichtlich. Dabei gab es viel Leidenschaft. Sogar Frauen wurden zu wilden Kriegerinnen, wenn sie z.B. zum Kinderkriegen zu alt waren bzw. zu Clanmüttern wurden, um die Männer zu unterstützen aber auch zu beobachten, ob sie dem Volk dienlich sind.

Nicht verwunderlich ist, dass sich aktuelle Frauenbewegungen möglicherweise aus Kontakten zur Urbevölkerung entwickelten. Forscher fanden heraus, dass Gründerinnen der Frauenrechtsbewegungen in Amerika zum Ende des 19.Jh intensiven Kontakt zu Irokesinnen hatten. [2] Erstaunlich war für die porträtierten Damen in dem Artikel, dass Frauen in dieser indigenen Kultur Besitz haben durften, während dies im modernen, westlichen Leben keine Selbstverständlichkeit war. Beide Geschlechter hatten die gleichen Rechte, somit war es schwierig, sogar sehr schwer, jemanden ökonomisch unter Druck zu setzten. Ein Phänomen, was heute zu weiterverbreiteter Angst um die eigene Existenz führt, da ja die Gefahr sozusagen hinter jeder Ecke lauert.

Kurzes Fazit: Statt also am Schlechten der Gesellschaft durch unbewusste Projektion festzuhalten und andere permanent für das eigene Scheitern zu beschuldigen (siehe Schuldorientierung in der aktuellen Politik, wie aber auch im Kleinen: Familie – Nachbarn – Büro – Mobbing), können wir doch aus Liebe zu unserer Kultur und zu allen Mitmenschen unsere Aufmerksamkeit auf die Bewusstwerdung unserer Kompetenzen lenken und uns nach Außen in Richtung einer Gemeinschaft orientieren, wo wieder die gleichen Gemeinwohl-Werte wie damals gelten. Ganz egal, in welcher rasanten Zeit wir uns gerade befinden. Die haben wir uns als Menschen selbst geschaffen. Offensichtlich der Wunsch, dass es wieder anders werden darf und wir uns unserer innewohnenden Macht bewusst werden, die Dinge lenken zu können und nicht gesteuert zu werden.

Die Frage tut sich vielleicht auf: Wieso schreibt ein Mann von weiblichen Qualitäten?

Nun, schon vorgeburtlich befindet sich das männliche Geschlecht in einem weiblichen Körper, welcher den heranwachsenden Organismus nährt und ehrt und ist ein physikalisches wie auch göttliches Produkt von männlicher Samen- wie weiblicher Eizelle. Dieses Wunder enthält immer die Information der beiden Polaritäten. Somit sind sie untrennbar miteinander verbunden und dies soll die Selbstverständlichkeit der Miteinbindung der weiblichen Qualitäten hervorheben und demütig würdigen. Ganz einfach und auch logisch, oder?

Was haben nun die großen Vögel aus dem Titel und am Bild damit zu tun?

Nun, die unterschiedlichen Wege von Kondor und Adler der Menschen werden vor hunderten von Jahren von den indigenen Völkern der Anden beschrieben. Der Kondor steht für den Weg des Herzens, der Intuition und Spiritualität. Er wird den Frauen zugeschrieben. Der Adler funktioniert eher mit dem Gehirn, der Vernunft und mit Materie. Diese Eigenschaften werden vermehrt dem Mann zugeschrieben. In den letzten 500 Jahren haben die materialistischen Züge des Adlers dominiert, was sich laut der Zeitrechnung der Azteken seit kurzer Zeit wieder ändert. [3] Es ist an der Zeit, dass Adler und Kondor wieder in Partnerschaft und Einheit gleichberechtigt über den Himmel fliegen. [4]

Somit könnte die Erklärung wie folgt aussehen:

Durch die Abwertung der Frauen über tausende von Jahren konnte sich ein einseitiges Paradigma in Richtung Adler (wissenschaftlicher Materialismus und Zynismus) entwickeln, welches uns zum aktuellen Stand in Wirtschaft, Gesundheit, Sozialwesen, Bildungswesen usw. brachte. Da keine klare Verbindung zum selbstverständlichen Weiblichen bestand, ja sogar eine grobe Ausgrenzung bis heute passiert, gibt es keine deutlich spürbare Verbindung zur Mutter Erde. Diese wird, wie wir wissen, heute vollkommen ausgebeutet und ihrer Ressourcen beraubt, wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte.

Doch was mach(t)en die Frauen?

Nebst den vielen Aufständen und Bewegungen für die Gleichberechtigung, missverstanden meiner und anderer Meinung nach manche von ihnen den deutlichen Aufruf für Veränderung. Die Frauen versuchten im männlichen Tempo und Denken (Eman(n)zipation) es den Männern gleichzutun. Und das mit folgenschweren Konsequenzen im Energiehaushalt. Um die Vernetzung in Richtung Gesundheit zu bekommen, erwähne ich das Beispiel Schilddrüsengesundheit. Viele damit zusammenhängende Krankheitsbilder und persönlichkeitsbedingte Symptome bekommen so vielleicht in der ganzheitlichen Sichtweise eine neue Bedeutung? Doch auch diese Erfahrung war wichtig und die reflektierte Gesellschaft kann nun wieder aus dem Erlernten schöpfen und ihr zelluläres Bewusstsein für das Große Ganze nutzen: Den Zusammenschluss der Menschen zu Gemeinschaften, die sich gegenseitig unterstützen und in ihren Stärken fördern anstatt sich gegenseitig im Wettkampf um was auch immer zu schwächen und schaden. Alles mit dem Grundsatz der bedingungslosen Liebe und der individuellen Kraft, mit der Vergangenheit Frieden zu schließen.

Eine alte weibliche Gottheit
Eine weibliche Gottheit scheint für viele eine Bedrohung darzustellen

Eine persönliche Bemerkung am Rande aus dem Land Tirol:

Auf der Autobahn Richtung Innsbruck steht bei Kufstein ein Schild mit dem Titel: GRÜSS GÖTTIN
Wie bedrohlich das Weibliche auf manche (männlichen?) Personen wirken muss, dass die -IN Endung inklusive der Punkte über dem Ö in Göttin dunkel übermalt werden, zeigt, wie ungleich und ängstlich noch heute in unserem wohlhabenden Land vorgegangen wird.
Dies darf gerne zum Nach- und auch zum Umdenken anregen.

[1] Carol Hiltner, “The Iroquois Confederacy: Our forgotten national heritage”, Freedom and National Security 2 (Mai 2002)
[2] C. Hiltner: Sally Roesch Wagner, Sisters in Spirit: “Iroquis Influence on Early Feminists”, Native Voices (2001)
[3] Bruce H. Lipton, Steve Bhaerman, “Spontane Evolution” (Koha, 2009)
[4] Alverto Taxo, “Friendship with the Elements”, Little Light Publishing (2005)

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Michael
Michael

kam über die Physiotherapie zur klinischen Psycho-Neuro-Immunologie. Die eigene Geschichte veranlasste ihn, immer tieferes Verständnis über Geist, Emotion und Nahrung zu erleben und danach herzoffen weiterzugeben. Als "GEN-Schalter" schreibt und inspiriert er hier und öffentlich, um Mut für gesunden Erfolg und selbstbestimmte Freiheit zu machen.

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