Hands on: Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Darmbakterien, Fasten und Gehirn
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Das Thema der komplexen Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist immer mehr im Vormarsch. Kaum ein Mitteleuropäer hat keine bzw. noch nie Erfahrungen damit gemacht. Manche vielleicht sogar permanent aber unwissend, dass es sich dabei um solche handelt.

Interessant, dass gerade so wohlhabende Menschen mit allen Möglichkeiten Probleme entwickeln, wenn es um ihre Ernährung und deren Verwertung im Organismus geht. Gluten- und Eiallergien, Kuhmilch oder auch Rotwein soll gemieden werden. Die Streubreite an unangenehmen Begleiterscheinungen nach dem Essen nimmt nach und nach zu. Doch wo fängt es an und wo hört es auf?

Die Antwort ist: im Immunsystem

Der menschliche Darm als erste Barriere zur Außenwelt beherbergt davon ca. 80% – eine erstaunliche Zahl wie ich finde. Wenn man bedenkt, dass durch dieses genial-komplexe Schlauchgebilde auch die ganze Nahrung muss, wird klarer, dass Darm und Immunsystem untrennbar zusammengehören. Wie vieles, was aber durch Medizin und Verstand in der Vergangenheit getrennt wurde. Zeiten des Umdenkens sind angesagt.

Zum einen gibt es Nahrungsmittel, welche der Mensch in seiner Entstehungsgeschichte vor der Sesshaftigkeit und dem Beginn der intensiven Landwirtschaft vor ca. 10.000 Jahren schon immer gegessen hat. Grob zusammengefasst sind das

  • Fleisch inkl. Innreien
  • Fisch, Krusten- und Schalentiere
  • Eier
  • Obst und Gemüse
  • Algen
  • Insekten (!)
  • Kräuter
  • Pilze
  • Nüsse

Gegen diese alten Freunde sollte es rein rational keine allergischen Reaktionen geben, da sie den Menschen noch aus Jäger und Sammler-Zeiten immer schon genährt haben. Wenn aber doch, dann lässt sich dies zum Beispiel durch eine erworbene Störung im Verdauungstrakt erklären (Leaky Gut, IPS, SIBO). Doch wie kommt es zu der Störung, welche im übrigen viele Erscheinungsformen haben kann?

Wer dabei an neuzeitiges Essen gedacht hat liegt u.a. sehr richtig. Neben Stress in allen Formen (Stress kommt übrigens nicht nur von außen) und mangelnder Bewegung sind die Gewohnheiten bei der Nahrungsaufnahme entscheidend für die Beschaffenheit des Darmes und des Immunsystems – in weiterer Folge von Wohlbefinden und Gesundheit an der Wurzel. Nahrung, welche auch immer, kann also gesund oder krank machen. Das ist schon lange bekannt. Auch auf die Dosis kommt es an.

Hintergründe von Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Getreide (vor allem Vollkorn), Kuhmilchprodukte, Hülsenfrüchte, Zucker und auch Alkohol schaffen im Darm ein Millieu, welches zu Lasten der harmoniebedürftigen Bakterienflora, der Schleimhaut, der Bauchspeicheldrüse und dem so wichtigen Insulin, der Leber und des gesamten Immunsystems gehen. Über- und Unterfunktionen des letzteren Systems (z.B. spontane, lokale Entzündungen), Übergewicht, chronische Krankheiten und die Unfähigkeit zur Reproduktion können das Resultat sein.

Ebenso Nährstoffmängel, welche mit einer Veränderung des gesamten Stoffwechsels einhergehen. Diese Zusammenhänge sind mittlerweile nichts mehr Neues. U.a. forscht Loren Cordain schon seit geraumer Zeit über die sogenannte Paleo-Ernährung und die positiven Auswirkungen auf den Menschen.

Gewohnheiten entstehen durch Konditionierungen, diese sind Teil unserer Entwicklung. Heute ist die konsumorientierte Menschheit dermaßen fremdbestimmt, dass die Selbst-verantwortung der Produktwerbung unterliegt. Ein großer Teil des Angebots eines Supermarktes hat nichts mit Lebens-mittel zu tun. Mittel – die, wie es der Name schon sagt – das Leben fördern und erhalten sollen. Nichts sollte im regelmäßigen Speiseplan enthalten sein, was nicht immer schon Teil von uns war und zu unserem Entstehen beigetragen hat. Klingt einleuchtend.

Ein gesunder Darm kann auch mit ´neuer´ Nahrung umgehen und den ein oder anderen Ausrutscher verzeihen. Wir leben schließlich heute und nicht damals. Das Angebot ist groß. Der Verstand und die Bereitschaft für Entscheidungen zu eigenen Gunsten gefragt wie nie zuvor. Hilfe anzunehmen ist für diesen Prozess essentiell.

Eine große Herausforderung, die sich allerdings dankend im Organismus widerspiegelt. Viel Freude dabei.

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Michael
Michael

kam über die Physiotherapie zur klinischen Psycho-Neuro-Immunologie. Die eigene Geschichte veranlasste ihn, immer tieferes Verständnis über Geist, Emotion und Nahrung zu erleben und danach herzoffen weiterzugeben. Als "GEN-Schalter" schreibt und inspiriert er hier und öffentlich, um Mut für gesunden Erfolg und selbstbestimmte Freiheit zu machen.