Leaky Gut und Darmgesundheit

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om”Der Tod sitzt im Darm ” – bereits 300 Jahre v. Chr. formulierte dies der griechische Arzt Hippokrates, der anscheinend damals schon wusste, dass der größte Teil des Immunsystems in dieser langen, unglaublich interessanten Röhre beheimatet ist.

Doch auch Gesundheit sitzt im Darm. Sehr viel sogar, wenn Du diesem Organ wieder mehr Aufmerksamkeit schenken willst. Dies ist viel wichtiger zu erwähnen und mit mehr Motivation ausgestattet. Schließlich bist Du die entscheidende Instanz, wenn es um Deinen funktionierenden Verdauungstrakt geht. Du alleine hast die Zügel in der Hand, ob dieser wieder vollständig ausheilen kann, egal ob die Diagnose Reizdarm, IBS, Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn oder anders heißt. In den allermeisten Fällen bestimmst sogar Du selbst, wie Dein Immunsystem funktioniert. Die Forschung rund um die Epigenetik eröffnet uns ein großes Spektrum an Möglichkeiten, wie mit den selbsterschaffenen Symptomen der Neuzeit umgegangen werden kann und ein salutogenetischer Ansatz die Gesundheit des Menschen fördert und nicht auf Krankheit per se ausgerichtet ist.

Ich habe in meinem früheren Leben selbst über Jahre versucht, Klarheit über meine sich ständig verstärkenden Symptome im gesamten Körper zu erlangen und bin gefühlt mehrere Marathons gegangen, welche mich neben Geld auch viel Zeit und Energien kosteten. Meine mentale Leistungsfähigkeit ließ nach und mit Kraft wie Körpergewicht ging es bergab. Der Schlaf war nicht mehr regenerativ, vorausgesetzt ich konnte überhaupt noch schlafen. Mit diesem Artikel ist es mir ein Anliegen, das Erfahrene weiterzugeben, das Bewusstsein für Selbst-Verantwortung zu vermitteln und somit die eigene Gesundheit an der Hand zu nehmen.

Das klingt interessant? Dann lies diesen Artikel bis zum Schluss genau durch:

Immer mehr rückt der Darm in den Vordergrund, wenn es in der funktionellen Medizin darum geht, Symptome (man nennt diese auch Krankheiten) zu hinterfragen und die Ursache für die fehlende Balance im Körper der betreffenden Person herauszufinden. Wie oft wirst Du beim Hausarzt nach dem Stuhlverhalten, geschweige denn der Form des Endproduktes und der Farbe wie dem Geruch beim Klogang befragt? Und wer hat in der gängigen Praxis schon überhaupt mal von dem Begriff Leaky Gut gehört?

Dabei sind diese Tools unglaublich hilfreich, wenn die Verdauungsleistung und somit die Versorgung des Organismus mit Nährstoffen geht. Heute ist es nicht mehr gewährleistet, dass die Nahrung ordentlich verdaut ihren Weg durch die Därme macht und uns reibungslos wieder verlässt. Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien, eigenartige Reaktionen, Bauchschmerzen, Stimmungsschwankungen, Hautprobleme und vieles mehr sind Themen in meiner Praxis, wenn die Kunden tiefer auf ihren Gesamtzustand eingehen wollen. Diese Themen bestehen dann nicht erst seit gestern, sondern zum Teil schon seit Kindheit oder solange diese Menschen denken können. Chronischer, unbewusster Stress woher auch immer schwächt den Darm und seine Funktion und begünstigt ein Leaky Gut.

Basisinformation über den Darm – Physiologie

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Im oberen Dünndarm wird die weitergeleitete Nahrung aus dem Magen, welcher schon vorverdaut, durch Enzyme der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und dem Gallensaft weiterzerlegt. Darmbakterien, vorwiegend aerobe Mikroorganismen, helfen dabei. Dies alles ist auch für den pH Wert verantwortlich, der im Magen und den Gedärmen herrscht. Bei einer Säuerungs- bzw. Gärungsflora stimmt dieser nicht mehr und Symptome wie Blähungen und auch Sodbrennen und saures Aufstossen können entstehen. Letzteres kommt zumeist von zu wenig und nicht – wie allseits angenommen – von zu viel Magensäure. Wenn die Zellen an sich schon übersäuert sind, dann hilft auch basische Ernährung nicht mehr alleine, um eine Säure-Basen Regulation einzuleiten. Da muss dann mit entsprechenden Mineralien und Salzen gearbeitet werden, dass das Milieu wieder stimmt und die Nährstoffe überhaupt wieder aufgenommen werden können.

Heute macht vielerorts der Begriff Leaky Gut (engl. Gut = Darm) die Runde. Dies steht für einen ´löchrigen´ Darm, der zwar Nahrung verdaut, aber auch Stoffe in die Blutbahn lässt, welche dort lieber nichts zu suchen haben. Diese teils unverdauten Partikel lösen einen Prozess im Immunsystem aus, der langfristig gesehen Stress im Organismus bedeutet. Gleichzeitig begünstigt dies auch das Wachstum von pathogenen Keimen, Bakterien, die uns langfristig in übermäßiger Dominanz schaden. Diese produzieren Abfallstoffe und Gifte (LPS, Lipopolysaccharide), welche die Darmwand schädigen, die ´first line of defense´ – die Darm-Blutschranke – überschreiten und dann in unserem System Körper Entzündungen und Reaktionen des Immunsystems auslösen, die vom Laien, aber auch von Ärzten, niemals auf den Darm zurückgeführt werden. Nicht umsonst gibt es mittlerweile Begriffe wie die Darm-Hirn Achse, die Darm-Haut Achse (Neurodermitis, Akne), die Darm-Leber Achse usw., was darauf hinweist, dass wir ein zusammengehöriges Stück Materie sind, wenn es um das Hinterfragen von aktuellen Befindlichkeiten geht. Gerade sogenannte stille Entzündungen (silent inflammations) beschäftigen heute den menschlichen Organismus mit zusätzlicher Dauerarbeit, was sich auf die tägliche Energie auswirkt und bei längerer Aktivität Organe kapitulieren lässt. Der Darm funktioniert gerne in Ruhe und braucht dafür ein ausgeglichenes System, welches ihm das ermöglicht. Ist dies nicht der Fall, entstehen Symptome, um darauf aufmerksam zu machen, dass irgendwas geändert werden soll. Ganz einfach. Diese somatischen Marker sind erste Anzeichen, dass die Balance in Gefahr ist und der Körper nicht mehr selbst regulieren kann.

Wie entsteht ein Leaky Gut?

Häufigste Ursachen

  • Antibiotikagaben und andere Medikation, anti-entzündliche Schmerzmittel (NSAID´s) und die Pille
  • Ernährung durch viele raffinierte Kohlenhydrate, Zucker und verarbeitetem Essen
  • Ernährung, mit niedrigem Gehalt an fermentierbaren Fasern
  • Toxine aus der Ernährung wie Weizen, Industriefette und raffinierte Pflanzenöle
  • Chronische Infektionen
  • Chronischer Stress (ca. 1200 Stoffwechselprozesse ändern sich dadurch)
  • Alkohol

Häufigste, klinische Zeichen

Diagnosemöglichkeiten

    • Fragelisten auf Symptome
    • Stuhltest auf bakterielles Gleichgewicht (Florastatus)

  • Laktulose/Mannitol Test – Durchlässigkeit der Schleimhautbarriere
  • (Entzündungs-)Parameter im Stuhl und Blut wie:
    • Zonulin
    • LPS
    • Alpha-1-Antitrypsin
    • sIgA
    • Histamin
    • Calprotectin
  • Omega 3 / Omega 6 Verhältnis
  • Vollblutstatus, v.a. Zink, Selen, Magnesium

Veränderungsreize zur Besserung

  • Reduktion bzw. Elimination der Nahrungstoxine
  • Verbesserung der Verdauungsleistung über Enzyme und Magensäure
  • Darmsanierung mit Pro- und Prebiotika und fermentierten Lebensmitteln
  • Elimination von Parasiten und Pathogenen aus dem Darm
  • Langsame Nahrungsumstellung (80:20) auf evolutionäre Ernährung (Paleo)
  • Bewusstes Essen von fermentierbaren Fasern (Ballaststoffen) wie Kürbis, Süsskartoffel, Pastinake, Karotte, … )
  • Langsame Schritte für effektives Stressmanagement
  • Personalisiertes Bewegungsprogramm

Darmflora & Antibiotika

Bei vielen Infektionen und Erklärungen werden heute vorschnell Antibiotika eingesetzt und schädigen dadurch die Darmflora erheblich. Alleine eine einzige Antibiotikagabe senkt das mikrobielle Gleichgewicht und somit die eigene Gesundheit. Entscheidend für den Aufbau ist auch eine Ernährung mit wichtigen Nährstoffen für die Darmflora, wie auch das Darmgewebe und die Schleimhaut. Eine gesunde Darmflora schlüsselt Nährstoffe auf, baut giftige Stoffe ab und synthetisiert viele Vitamine (B1, B2, B6, B12, Folsäure), schafft so die Balance zwischen “guten” und “schlechten” Bakterien, welche friedlich im Gleichgewicht leben können. Sogar Substanzen, die wie Antibiotika wirken, können gebildet werden. Die Bildung von Gallensäure hat auch etwas mit einer Flora im Gleichgewicht zu tun. Mitochondrien (= Zellkraftwerke bakteriellen Ursprungs) leiden unter Antibiotikagabe(n) und müssen beim Wiederaufbau unterstützt werden, da sonst die ganze Funktion der Zelle gestört ist. Dies äußert sich u.a. durch Müdigkeit, Niedergeschlagenheit, Kraftverlust, Muskelabbau, Schlafstörungen usw.

Von der konventionellen Medizin werden diese Symptome gerne als psychosomatisch oder erst gar nicht diagnostiziert. Oft heißt es dann: Der Patient ist aus-therapiert. Heute können wir schon von Mitochondropathien sprechen, einer multi-systemischen Problematik durch freie Radikale und durch den resultierenden, gestörten Zellstoffwechsel. Dies beeinflusst die Zelle massiv in ihrer Fähigkeit, Nährstoffe zu verwerten. Wer würde dies dann schon mit Antibiotikagaben in Verbindung bringen?

Hinweise Darmsanierung

Darmpaket für den Mann + Einnahmeplaninkl. 5€ Gutschein bei der Erstbestellungmehr Details
Darmpaket für die Frau + Einnahmeplaninkl. 5€ Gutschein bei der Erstbestellungmehr Details

Literatur

Wirk + Kochbuchvon Leo Pruimboommehr Details
Darm S.O.S. - Ratgeber Le ...von Julia Tulipanmehr Details
Darm mit Charme: Alles ü ...von Giulia Endersmehr Details
Die Klinik der Gluteninto ...von Vilmos Fuxmehr Details

Studien

Schloter, Michael, et al. “Die Bedeutung des humanen Mikrobioms für die menschliche Gesundheit.” BIOspektrum 21.1 (2015): 39-40. (PDF)

Fasano, Alessio. “Leaky gut and autoimmune diseases.” Clinical reviews in allergy & immunology 42.1 (2012): 71-78. (PDF)

Mass, Michael, Marta Kubera, and Jean-Claude Leunis. “The gut-brain barrier in major depression: intestinal mucosal dysfunction with an increased translocation of LPS from gram negative enterobacteria (leaky gut) plays a role in the inflammatory pathophysiology of depression.” Neuroendocrinology Letters 29.1 (2008): 117-124. (PDF)

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Michael
Michael

kam über die Physiotherapie zur klinischen Psycho-Neuro-Immunologie. Die eigene Geschichte veranlasste ihn, immer tieferes Verständnis über Geist, Emotion und Nahrung zu erleben und danach herzoffen weiterzugeben. Als "GEN-Schalter" schreibt und inspiriert er hier und öffentlich, um Mut für gesunden Erfolg und selbstbestimmte Freiheit zu machen.