Diese Maßnahmen helfen bei Leaky Gut Syndrom

Facebookgoogle_plusmail

Täglich kommt unser Verdauungstrakt mit Nahrung in Berührung – mit Tausenden von Keimen, Toxinen und Nährstoffen. Die Verdauung ist ein erstaunliches, interaktives, dynamisches, Multi-Tasking-System mit mehreren profunden Funktionen. Ein Leaky Gut Syndrom kann diese Natürlichkeit ordentlich durcheinander bringen.

Die sogenannte erste Barriere zwischen Innen und Außen (first line of defense) schützt uns vor Krankheitserregern, verdaut Nahrung, absorbiert Nährstoffe, interagiert mit der Darmflora und bildet 80% Prozent unseres Immunsystems. Eine Störung dieser Barriere wird als erhöhte Darmpermeabilität oder Leaky Gut Syndrom bezeichnet. Die Ärzte erkennen dieses Problem endlich und stimmen zu, dass es Wirklichkeit ist, während fleißige Forscher seit Jahrzehnten in diesem Bereich forschen und darüber berichten. Eine erhöhte Darmpermeabilität oder ein Leaky Gut Syndrom ist nicht nur mit Verdauungsproblemen wie Gluten-Intoleranz und IBS (Reizdarm) verbunden, sondern auch an einer Vielzahl von Erkrankungen wie Fettleber, Depressionen, Arthritis und vieles mehr beteiligt.

Symptome und Diagnostik von Leaky Gut Syndrom

Zu den Symptomen einer erhöhten Darmpermeabilität gehören Blähungen, Durchfall, Verstopfung, schlechte Verdauungsleistung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Gelenkschmerzen, chronische Schmerzen, Brain Fog (als ob Du durch eine Nebelwand siehst), Depression, Angst, Müdigkeit, Hautausschläge, Fettleibigkeit oder Probleme, an Gewicht zuzunehmen.

Mehrere Störungen im Zusammenhang mit Schmerz, Entzündung und Verlust von Funktionen außerhalb des Verdauungstraktes sind mit Leaky Gut-Syndrom verbunden, auch wenn es nicht augenscheinlich sofort so wahrgenommen werden kann. Du musst keine schlechte Verdauung haben, um an Leaky Gut Syndrom zu laborieren. Das kannst Du Dir gerne merken.

Um sicher zu gehen, wie es um das Immunsystem und die Schleimhaut steht, ist ein Test unausweichlich – Test, don´t guess!  Dieser wird nicht klassisch von der Schulmedizin angeboten. Alpha-1-Antitrypsin und der SIgA Wert sind wunderbare und aussagekräftige Marker, damit mit der richtigen Therapie angesetzt werden kann. Darauf aufbauend gibt es dann weiter Testmöglichkeiten, um z.B. gezielte Nahrungsmittelunverträglichkeiten abzuklären. Ebenso nötig ist es, die Zusammensetzung der Darmflora zu beurteilen. Vielleicht hast Du zu viele E.Colis oder Clostridien? Das Labor Ganz Immun in Deutschland setzt genau da an und liefert über den Gesundheitscheck Darm inkl. Florastatus hinaus auch eine Empfehlung zur weiterführenden Behandlung mittels abgestimmter Substanzen zum Wiederaufbau der Darmflora und der Schleimhaut auf lange Sicht. Das ist der Start für einen gesunden Darm.

Gesundheitscheck Darm inkl. FlorastatusLabor Ganz Immun (Medivere)mehr Details

Was haben Tight Junctions mit Leaky Gut Syndrom zu tun?

Die Epithelschicht, also die innere Schicht der Darmschleimhaut, enthält interzellulären Verbindungen, welche als Tight Junctions bezeichnet werden. Diese Verbindungen sind wie winzige Türen, die sich in der Darmschleimhaut eröffnen. Die Türen sind sehr selektiv, was die Eintrittserlaubnis in den Blutkreislauf angeht. Die (hoffentlich) verdauten Nahrungsmittel gelangen durch diese engen Verbindungen in das Kreislaufsystem und dann in die Leber.

Die Leber übernimmt nochmals einen reinigenden Auftrag, bevor diese Nahrungspartikel den Rest des Körpers ernähren dürfen. Denk bei der Darmbarriere an eine Türe, die nur auf spezielle Kommandos auf- und zugehen kann.

Probleme treten auf, wenn diese Übergänge gestört sind und die Schranke geöffnet bleibt, somit der Durchlass vergrößert wird und die schützende Barriere zusammenbricht. Das ist so, als ob Du Löcher von unterschiedlicher Größe in die Türe stanzt. Die beschädigten Türen erlauben größeren Speiseresten die Passage und auch immunologische Komponenten landen im Blut, wo dies alles nichts verloren hätte. Dies fordert wiederum das Immunsystem, welches dann durch verschiedene Schichten und Gewebe Alarmsignale aussendet, damit man sich gefälligst mit den unerwünschten Eindringlingen beschäftigt.

Es kommt zu einer entzündlichen Schlacht. Wenn diese langfristig aufrechterhalten bleibt beginnt der Körper gegen sich selbst zu kämpfen und schafft eine Lawine von Stress und Dysfunktionen. Leaky Gut Syndrom hat somit auch Stress für die Leber als Folge, was zu Sensitivität gegenüber chemischen Verbindungen, Alkoholempfindlichkeit, Müdigkeit und Brain Fog führen kann.

Helfende Substanzen und Maßnahmen bei Leaky Gut Syndrom

Für eine gesunde Darmflora und Schleimhaut wähle Lebensmittel reich an pro- und präbiotischem Gehalt. Probiotische Lebensmittel sind z.B. fermentiertes Gemüse, Kefir und Joghurt. Als präbiotische Lebensmittel gelten Artischocken, Spargel, Bananen, Chicorée, Löwenzahn, Auberginen, Knoblauch, Honig, Topinambur, Lauch, Zwiebeln und Hülsenfrüchte. Diese enthalten bestimmte Fasern und Nährstoffe, die den freundlichen Bakterien helfen. Erhöhe die Aufnahme von Ballaststoffen aus verschiedenen Früchten, Gemüse, Samen und Nüssen (immer nur im Falle, wenn Du diese Lebensmittel auch verträgst).

Verwende L-Glutamin um Schleimhaut und Epithelauskleidung Deines Darms bei der Reparatur zu helfen. Rindfleisch, Huhn, Fisch, Eier, Milchprodukte, Kohl, Rüben, Bohnen, Spinat und Petersilie liefern natürlich kleine Mengen von Glutamin, welche die Darmschleimhaut unterstützen. Eine Hilfe für das Immunsystem des Darms, um sekretorisches IgA zu machen und damit die Schleimhautimmunität zu unterstützen ist, die Vitamine A, C und D, NAC, Omega-3-Fischöl, Zink, Rhodiola Rosea und pflanzliche Enzyme regelmäßig zu sich zu nehmen. Verwende Oregano-Öl und Olivenblattextrakt bei Keimüberwucherung von schlechten Bakterien und Parasiten.

Gerade eine ausreichende Versorgung mit DHA (Omega 3) und Vitamin D ist nötig, um IL-10 für das Darmimmunsystem bereitzustellen. Ein Mangel an Vitamin D ist besonders kritisch bei großen Darmproblemen.

Die Forschung weist auf eine Reihe anderer Nährstoffe hin, die eine gesunde Darmschleimhaut und die Reduktion der Permeabilität unterstützen können. Dazu gehören Quercetin (ein Polyphenol und Flavonoid aus der Nahrung), Arginin, Laktoferrin (im Kolostrum oder isoliert noch wirksamer) und Immunglobuline der Molke (Whey Protein)

Die neueste Forschung zeigt auch, dass an den Mitochondrien (Zellkraftwerken) Schaden auftritt, wenn Leaky Gut Syndrom vorherrscht und umgekehrt. Somit kommt dem Schutz und Erhalt von gesunden Mitochondrien große Bedeutung zu und ist gerade bei hartnäckigen Problemen angezeigt.

Identifiziere allergene Lebensmitteln und Nahrung von schlechter Qualität in Deinem Speiseplan und entferne diese. Finde Alternativen zu den Medikamenten, die Darmschäden verursachen (NSAR) während Du gleichzeitig langfristig den Verdauungstrakt mit den benötigten Nährstoffen unterstützst. Dies kann dazu beitragen, negative Folgen zu reduzieren.

Aktives Stressmanagement ist mehr oder weniger täglich zu praktizieren. Schau nach, wo Du Dich da findest. Hier ein Artikel zu Deiner Unterstützung.

Eines braucht es bestimmt …

Es braucht Zeit, die Darmschleimhaut gut und nachhaltig auszuheilen. Bei kleineren Problemen, kann es nach zwei bis drei Monaten solider Unterstützung und Ernährungsumstellung schon soweit sein. Bei langjährigen Problemen kann es gerne länger dauern, damit Immunsystem und Darm wirklich ausheilen und sich normalisieren können.

Dafür braucht es auf jeden Fall einen Aktionsplan. Die Forschung hat große Möglichkeiten zur Verfügung gestellt, diese Anliegen zu lösen. Verwende diese Informationen um Dich selbst zu stärken und hilf Deinem Darm wieder gesund zu sein. Oft reicht es aus, die Ernährung umzustellen und die Natur ihre Aufgabe erledigen zu lassen. Sieh nach, was für Dich nun dran ist und gehe in Aktion. Du wirst garantiert mit mehr Lebensqualität belohnt werden.

Facebookgoogle_plusmail
Michael
Michael

kam über die Physiotherapie zur klinischen Psycho-Neuro-Immunologie. Die eigene Geschichte veranlasste ihn, immer tieferes Verständnis über Geist, Emotion und Nahrung zu erleben und danach herzoffen weiterzugeben. Als "GEN-Schalter" schreibt und inspiriert er hier und öffentlich, um Mut für gesunden Erfolg und selbstbestimmte Freiheit zu machen.