Wie FODMAPs die Darmgesundheit blockieren können

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Mein erster Kontakt mit dem Begriff FODMAPs war beim Steinzeitstrategie Summit in München 2013. Bei dieser genialen Veranstaltung stach ein spezieller Vortrag für mich heraus. Interessanterweise fällt mir der Namen des großen Vortragenden mit Wahlheimat Südafrika nicht mehr ein. Kein Zufall! Die Schattenseiten des Bewusstseins lassen grüßen. Ich hatte vor Ort ziemlichen Widerstand gegen diese Neuigkeiten.

Damals befand ich mich gerade auf einer Ausschlussdiät, basierend auf einem Test der IgG/IgG4 Antikörper in meinem Blut. Zu diesem Zeitpunkt war ich auf einer modifizierten Paleo-Ernährung, die eben nochmals Nahrungsmittel wie Hühnerei, Nüsse und bestimmte Gemüse und Obst ausließ. Die erhofften Ergebnisse ließen leider auf sich warten, außer dass ich noch mehr Gewicht verlor, als ich grundsätzlich von Nöten hatte. Warum?

Einführung in FODMAPs

Bei dem Vortrag kamen interessante, abwehrende Gefühle in mir hoch. Hatte ich doch schon so Vieles gelernt und nun kam plötzlich dieses Thema daher.

Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich diese Informationen einfach nicht wahrhaben wollte, da es für mein erschöpftes Gehirn wieder Zusatzaufwand bedeutete, diese Neuigkeiten zu verdauen. Was sind nun also FODMAPs?

FODMAPs sind die Abkürzung für fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole. Auf deutsch: vergärbare Mehrfach-, Zweifach- und Einfachzucker sowie mehrwertige Alkohole. Dabei handelt sich um eine Gruppe von Kohlenhydraten und mehrwertigen Alkoholen, welche in vielen Nahrungsmitteln vorkommen. In einer 2010 veröffentlichten klinischen Studie wurde von einer positiven Wirkung einer FODMAP-armen Ernährung auf die Symptomatik funktioneller Darmerkrankungen, z. B. des Reizdarmsyndroms (RDS), berichtet. 1

Peter Gibson und Susan Shepherd kamen 2010 nach einer Studie mit Reizdarmpatienten zu der Conclusio, dass funktionelle Magen-Darm Beschwerden u.a. auf Blähungen im Darmbereich zurückzuführen sind. Mit anderen Worten: Je länger Du derartige, auffällige Reaktionen hast, umso intensiver kann die langfristige Auswirkung auf den restlichen Organismus sein. 2

Die möglichen, irritierenden Substanzen lassen sich in folgende Gruppen gliedern:

  • Laktose (Milchzucker)
  • Fruktose (Fruchtzucker)
  • Fruktane und Galaktane (z.B. in Knoblauch und Zwiebel)
  • Polyole (z. B: Sorbitol, Mannitol, Xylitol und Maltitol – z.B. in Äpfel und Birnen)

Oft sind es nicht alle gleichzeitig, sondern eine bestimmte Untergruppe. Dies gilt es durch angeleiteten Ausschluss und Wiedereinführung zu testen. Wenn Du also darauf keine Rücksicht nimmst, kann langfristig auch kein Erfolg eintreten. Egal welcher Ernährungsform Du gerade angehörst.

Warum FODMAPs Stress machen können

Laktose- und Fruktoseintoleranz lassen sich heute schon relativ leicht eruieren. Doch die anderen Substanzen sind der Bevölkerung weitgehend unbekannt. Dass die Zuckerersatzstoffe wie Xylit und Erythrit jetzt nicht nur positive Wirkungen (entgegen der Wirkung vom ´bösen´ Zucker) haben, liegt an dem Gehalt an eben diesen Zuckeralkoholen, die neben dem besser bekannten Sorbitol (Sorbit) auch Reizdarmsymptome verstärken können.

Das Problem: Diese Stoffe sind in derart vielen Produkten aus dem Supermarkt oder im Restaurant enthalten, dass eine konkrete Auseinandersetzung von Nöten ist.

Diverse Veränderungen des Verdauungsverhaltens führen unweigerlich auch zu Reaktionen auf mentaler Ebene. Dies erklärt folgendes Zitat in einfachen Worten:

Somatische Veränderungen (Blähungen, Spasmen, Entzündungen usw.) können wiederum auf das emotionale Gehirn zurückwirken und damit auch somatopsychische Effekte auslösen.

– C. Rüegg, Gehirn, Psyche und Körper

Im Gegenteil zu bestimmten Antigenen in der Ernährung (wie z.B. Gluten), lösen FODMAPs nicht direkt eine immunologische Antwort aus, sondern die Reaktionen sind ein Ergebnis des wachsenden Ungleichgewichts im Darm. Bei dauernder Einnahme von FODMAPs über die Nahrung kommt es also zu strukturellen Veränderungen und Anfälligkeiten für weitere Probleme in dem Bereich.

Vorab ärztlich auszuschließen sind:

  • Laktoseintoleranz, Fruktoseintoleranz und andere Kohlenhydrate
  • Probleme der Enzymproduktion (z. B. Lipase)
  • Zöliakie oder Glutensensitivität
  • Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn
  • Tumore des Verdauungstraktes
  • Geschwüre
  • mechanische Verletzungen des Verdauungstraktes

Sogenannte funktionelle Magen-/Darmbeschwerden können dann bestätigt werden, wenn in den schulmedizinischen Befunden nichts Auffälliges ersichtlich ist. Meistens gibt es dann den einfachen Stempel der Psychosomatik für die betroffene Person – ohne gezielte Anleitung zum weiteren Vorgehen. Medikamente sind die andere Säule, welche sicher nicht die Ursache beheben und immer (teils wilde) Nebenwirkungen haben.

Die Tatsache, dass chronischer Stress immer mitspielt, liegt auf der Hand. Doch was war zuerst? Wie Du nun ja weißt, kann der Stress durch die Nahrung genauso Stress im Gehirn machen und Emotionen aufrecht erhalten. Das Thema ist komplex und braucht einen professionell betreuten Ansatz durch Begleitung und ganzheitlichem Wissen der zugrunde liegenden Mechanismen.

Gerade in den Zeiten, wo die Probleme dominieren, kann es sehr wertvoll sein, die Thematik verstehen zu lernen und mit Hilfe auf lange Frist lösen zu wollen. Sämtliche Entspannungsmaßnahmen und Psychotherapie können hier eingreifen und begleiten.

Erfahrungen mit einer FODMAPs-armen Ernährung

Nachdem sich mein Gehirn über Umwege damit einverstanden erklärt hat, diese Informationen zu studieren und in den Lebensstil zu integrieren, konnte ich herausfinden, dass meine Schwachstelle die Polyole sind.

Äpfel, Birnen und Süsskartoffeln standen bei mir allerdings am regelmässigen Speiseplan.

Gerade diese ´gesunden´ Nahrungsmittel sind in der Paleo-Ernährung hochgelobt und nicht wegzudenken. Auch hier zeigt sich wieder, wie für einen bestimmten Zeitraum und eine bestimmte Person das Gift immer relativ zu begutachten ist.

Trotzdem bleibe ich weitgehend dem für mich wunderbaren – aber nicht dogmatischen – Paleo Ansatz (Nahrung, Bewegung, Lifestyle) treu und lasse meine Erfahrungen einfließen. Mit ständig wachsendem Erfolg.

Durch die Genesung des Darms und der Verdauungsleistung kann auch wieder eine gesunde Verträglichkeit der einst irritierenden Stoffe erreicht werden. Dazu braucht es – wie immer – Wissen für die Umsetzung … und natürlich viel  Zeit.

The FODMAP Free Paleo Bre ...von Anne Angelonemehr Details
FODMAP-Kompass: Tabellenb ...von Martin Storrmehr Details

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Zu Deinem Termin
  1. Gibson PR, Shepherd SJ: Evidence-based dietary management of functional gastrointestinal symptoms: The FODMAP approach. In: J Gastroenterol Hepatol. 25, Nr. 2, August 2010, S. 252–8.
  2.  Salvioli B, Serra J, Azpizoz F, Malagelada JR.: Impaired small bowel gas propulsion in patients with bloating during intestinal lipid infusion.. In: Am. J. Gastroenterol.. 101, Nr. 8, Februar 2006, S. 1853–7. 
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Michael
Michael

kam über die Physiotherapie zur klinischen Psycho-Neuro-Immunologie. Die eigene Geschichte veranlasste ihn, immer tieferes Verständnis über Geist, Emotion und Nahrung zu erleben und danach herzoffen weiterzugeben. Als "GEN-Schalter" schreibt und inspiriert er hier und öffentlich, um Mut für gesunden Erfolg und selbstbestimmte Freiheit zu machen.