Fasten als Energiequelle

Darmbakterien, Fasten und Gehirn
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Fasten  bekommt in Tagen wie diesen wieder einen kurzen Aufschwung. Ostern ist für viele Menschen der Anlass, kurz das Verhalten zu ändern und ein Teil von uns erinnert sich, dass auch mal auf gewisse Dinge verzichtet werden kann. Ob das nun einen spirituellen Zusammenhang hat, sei dahingestellt. Doch ist Fasten einmal im Jahr sinnvoll, oder soll es kurzzeitig immer wieder in unserem Leben normal sein?

Fasten ist nicht gleich Fasten. Mittlerweile gibt es X verschiedene Diäten und Versprechungen, die uns gesünder machen sollen. An oberster Stelle steht meistens der Gewichtsverlust als Ziel.

Wie Du sicherlich weißt, ist der moderne Lebensstil nicht gerade förderlich für unsere Gesundheit. Leider sind die gängigen Ernährungsempfehlungen weit weg von evolutionärem Verständnis hinter dem Superkomplex Mensch und chronische Krankheiten mehren sich. Selten werden diese in einem Kontext gesehen, der den Lebensstil der betreffenden Person auf folgende Parameter durchleuchtet und diese in Zusammenhang bringt.

  • Ernährungsverhalten
  • Bewegung
  • Schlaf
  • Spiel & Spaß
  • Verdauung
  • Regeneration
  • Soziale Kontakte
  • Individuelle Geschichte

Erst durch ein erworbenes Verständnis, wie diese Systeme ineinander greifen, kann auch das Thema Gewichtsreduktion (oder vielleicht sogar -zunahme) in den Fokus rücken.

Fasten ist normal

Wer nach wie vor denkt, dass es nötig ist, sich 5x pro Tag mit Essen zu versorgen, auch wenn nicht bewegt wird, liegt relativ verkehrt. Wenn ein wenig zurückgedacht wird, kommen wir zu dem Fazit, dass dem Menschen in der Evolution nicht immer Nahrung am laufenden Band zur Verfügung stand. Fakt.

Diese Engpässe führten dazu, dass unter Aufnahme von natürlicher Bewegung Nahrung gesucht wurde. Das heißt sogar, dass mit Hunger bewegt wurde. Und das eventuell sehr lange, je nachdem, was zur Verfügung stand. Sammeln und Jagen stand an der Tagesordnung – bis vor ca. 10.000 Jahren die Tendenz zum Ackerbauern stieg.

Auch heute noch leben einige Völker sehr naturverbunden und in Kontakt zur Natur. Diese Menschen weisen keine Anzeichen von westlichen Krankheitsbildern auf. Aber das weißt Du schon. Kommen wir wieder zurück in unsere westliche Welt.

Wenn wir nun logisch nachdenken, ist ein Lebensstil mit weniger Bewegung und mehr Auswahl an Nahrung (solange das heutige Angebot überhaupt als solche bezeichnet werden kann) genau das Gegenteil von dem, wie der Mensch sich entwickelte. Aus Evolution wird De-volution. Der Stoffwechsel ändert sich und die Energie wird weniger – trotz mehr Nahrung.

Zudem ist eine Versorgung mit Nährstoffen nicht mehr garantiert. Und das ist leider eine wachsende Tatsache heutzutage, welche von der Allgemeinheit nicht ernst genug genommen wird. Nein, es wird sogar Angst vor wirksamen Nahrungsergänzungen verbreitet.(Zum Link)

Mit Intermittierendem Fasten (IF) zu Erfolg und Gesundheit

Diese Form des Fastens betont die temporäre Kalorienknappheit über einen Zeitraum von ca. 16h. Das heisst, der Körper wird über kurze Etappen gezwungen, auf Reserven zurückzugreifen, welche wir zu genüge gespeichert haben. Mit Bewegung unterstützen wir den Prozess der Energiegewinnung aus unseren Speichern, um Fett zu verbrennen. Wir entkommen aus der Zuckerfalle.

Nicht nur das. Auch das emotionale Gedächtnis bekommt Beruhigung in dieser Kombination und ein Stoff namens BDNF (brain-derived-neurotrophic-factor) sorgt langfristig für Zellwachstum im Hippocampus und wichtigen Nervenschutz. 1

Weiters bekommen Gene durch kurzzeitiges Fasten Informationen, Stoffe wie Sirtuine 2 zu produzieren, welche die Gesundheit und Funktion des Gehirns verbessern. So einfach kann es sein.

Nicht umsonst verwenden Naturvölker das Fasten um näher in Kontakt mit tieferen Weisheiten zu kommen und Schamanen ebenso, um auf Visionssuche zu gehen.

Das Gegenteil davon nennt sich Alzheimer, Demenz, Parkinson & Co. Diese Begriffe, die immer öfter im Leben der Menschen auftauchen. Oft sogar schon in jüngeren Jahren.

Fett statt Zucker

Durch diese Umstellung nimmt sich nun der Körper und das Gehirn vermehrt Fettsäuren zur Energiegewinnung und wir werden wieder metabolisch flexibler – unser Stoffwechsel funktioniert nun wieder menschlich. Somit ist Gewichtsabnahme kein Ziel, sondern eine logische Konsequenz auf artgerechtes Verhalten.

Unterstützend kommt natürlich der Faktor Ernährung ins Spiel.

Wenn wir nun auch weiter viele Kohlenhydrate in Form von Getreide und Süssigkeiten (= Zucker)  und wenig Bewegung machen, wird diese Form des Fastens auch wenig Erfolg bringen. Es geht ums Verständnis und die Integration als Gesamtkonzept für Ihre Gesundheit.

Lernen wir uns und das System Mensch besser kennen und schätzen. Und dieses braucht neben Fett auch genügend Eiweiß, um seine Struktur zu erhalten und Transporte von Nährstoffen, Neurotransmitter und Hormone sicherzustellen.

Sogenannte MCT´s (Mittelkettige Triglyzeride) bieten uns die Grundlage für eine Regulation der beta-Oxidation, also des Fettstoffwechsels. Diese erhöhen den Spiegel von Beta-Hydroxybuttersäure nach kurzer Zeit und dies führt schon nach 90 Minuten zu besserer kognitiver Funktion bei Alzheimerpatienten.3

Eine wertvolle Bezugsquelle für MCT´s und Kokosöl findest Du hier am Ende der Seite. Diese Produkte verwende ich auch selber und bin sehr zufrieden damit.

-> Zum Link für MCT-Öl und Kokosöl

Tagesplan für Intermittierendes Fasten

Die Uhrzeiten und Maßnahmen sind individuell und austauschbar. Am besten eignet sich ein Freitag auf Samstag. Es geht nur darum, das Frühstück auszulassen und stattdessen zu bewegen. Alleine einmaliges IF in der Woche von 16h setzt die positiven Wirkungen im Organismus frei. Dies ist wunderbar in den persönlichen Rhythmus zu integrieren finde ich und macht noch keinen unnötigen Stress. Im Gegenteil: Du wirst Dich gut fühlen.

18/19h am Vortag Abendessen, 2-3h zwischen Essen und zu-Bett-gehen. 8h Schlaf!

6.30h – Aufstehen, kurz an die frische Luft, warmes Wasser trinken, Atmen, Meditation, Body Scan

7h – Tee oder ev. Kaffee mit Kokos- oder MCT-Öl, leichte Bewegung, Yoga, kleiner Kraftzirkel für alle Muskeln (5min)

10h – Frische Luft, Joggen, Walken, Spaziergang, Einkauf

11.30h – Zubereiten eines Mittagessens nach den Paleo Grundlagen.

12.30h – Festessen!

13.30h – Regeneration

18h – Abendessen

Hindernisse am Weg des Fastens

Hunger zu spüren und richtig zu interpretieren ist den meisten Menschen kaum mehr möglich. Schnell kommen emotionale Schübe wie ” … jetzt brauche ich aber Schokolade gegen den Unterzucker!” und weitere Eigenheiten, die wirklich nichts mit einem normalen Stoffwechsel im Gleichgewicht zu tun haben.

Nach 2-3 Wochen der Umstellung ist dieses alte Muster wie weggeblasen. So funktioniert neues Verhalten: am Anfang steht die Entscheidung.

Grundsätzlich sollte die ärztliche Abklärung am Anfang Aufschluss über das Befinden geben. Durch z.B. ein versteckt aktives Immunsystem kann der Erfolg sich ein wenig verzögern und gegebenenfalls Frust entstehen lassen. Wenn Du Glück hast, misst Dein Arzt Blutwerte, die Dich danach weiterbringen.

Unter anderem kann eine Schilddrüsenunterfunktion für Stillstand verantwortlich sein. Nicht nur Medikamente können da helfen, auch das Bereitstellen von essentiellen Nährstoffen des Schilddrüsenstoffwechsels (Jod, Selen, L-Tyrosin, Zink … ) kurbelt die Funktion wieder an. Eine Autoimmunerkrankung (Hashimoto) der Schilddrüse muss ausgeschlossen werden.

Eine Nebennierenschwäche kann zusätzlich den Einsatz von mehr Eiweiß und regelmäßigen Mahlzeiten einfordern.

Du siehst: Zusammenhänge zu erkennen ist wichtig. Niemals gilt ein Programm für alle Menschen.

Fazit

Intermittierendes Fasten, mehr Fett (MCT´s, Kokosöl, Omega 3) und Eiweiß in der Ernährung kann mit ausreichender Bewegung (Ausdauer und Kraft) wahre Wunder bewirken, wenn es um die Regulation des Stoffwechsels geht. Durch diese Interventionen wird der zelluläre Energiestoffwechsel verbessert, mehr Mitochondrien (Energiekraftwerke der Zelle) gebildet und körpereigene Stoffe (BDNF, Sirtuine) erhöht, welche die Zellen und vor allem das Gehirn vor Degeneration schützen.

  1.  Stranahan, Alexis M., et al. “Voluntary exercise and caloric restriction enhance hippocampal dendritic spine density and BDNF levels in diabetic mice.” Hippocampus 19.10 (2009): 951-961.
  2. Schwer, Bjoern, and Eric Verdin. “Conserved metabolic regulatory functions of sirtuins.” Cell metabolism 7.2 (2008): 104-112.
  3.  Reger, Mark A., et al. “Effects of β-hydroxybutyrate on cognition in memory-impaired adults.” Neurobiology of aging 25.3 (2004): 311-314.
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Michael
Michael

kam über die Physiotherapie zur klinischen Psycho-Neuro-Immunologie. Die eigene Geschichte veranlasste ihn, immer tieferes Verständnis über Geist, Emotion und Nahrung zu erleben und danach herzoffen weiterzugeben. Als "GEN-Schalter" schreibt und inspiriert er hier und öffentlich, um Mut für gesunden Erfolg und selbstbestimmte Freiheit zu machen.