Wir alle haben Stress

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Das war 2015. Für mich ein aufregendes und erkenntnisreiches Jahr mit vielen Veränderungen privat wie beruflich. Das erste Weihnachten mit unserer kleinen Tochter im Kreise der Familie war ein Erlebnis. Wie geht es Dir nach den Feiertagen? Bist Du wirklich erholt und ausgeglichen? Willkommen 2016.

Die Zeit lädt zum Reflektieren ein: Jedes Jahr, ob man will oder nicht, ist man dem Weihnachtstrubel in irgendeiner Form ausgesetzt. Auch wenn sich unsereiner pro-aktiv zurückhält. Wie tief das geht, entscheidet jeder und jede für sich selbst. Emotional spielt sich Einiges privat und in den verschiedenen Familien ab. Ein allgemeines Hochfahren für ein Fest, welches für alle eine irgendwie andere Bedeutung hat.

Die Spannung ist jedenfalls jedes Jahr aufs Neue spürbar. Vor allem in Städten, wo viel eingekauft werden kann. Große Mengen an Glühwein helfen, den Stress unter dem Deckmantel der Gemütlichkeit kurzfristig abzubauen. Alkohol funktioniert bei Stress immer. Er besänftigt und beruhigt. Ein gewohnter Kreislauf erhält sich. Und das ist meinem Gefühl nach echter Stress. Dann packt der klassische Säbelzahntiger im Steinzeitgehirn zu und die Dinge nehmen ihren Lauf. Ein wunderbares Feld, um dem Thema Stress auf den Grund zu gehen.

Warum werden wir Menschen im Stress so unbewusst?

Der Ursprung von Stress

“Belastung“

“stress“

Hans Selye (1907 – 1982) österr. Biochemiker, Montreal

Der Mensch hat in seinem Leib ein System, das Belastungen wie Kälte, Hitze, Drogen, Schlafentzug, Schmerzen und Trauer in bestimmte Symptome umwandelt.

Das Wort Stress kommt aus der ursprünglich aus der Physik und ist eine physiologische Anpassungsreaktion des menschlichen Organismus an innere wie äußere Stressoren – also Faktoren, die Stress auslösen. Ursprünglich dient dieser überlebensnotwendige Fight-Flight Mechanismus (Kampf-Flucht Verhalten) dem Erhalt von Leben.

Ja, Du liest richtig! Stress ist nicht schlecht.

Doch wir können zwischen Intensitäten von Low-Stress und High-Stress unterscheiden. Immer wieder niedrige, temporäre Stresssituationen (kurzes, intermittierendes Fasten, Bewegung vor dem Essen u.v.m.) schützen zwar langfristig vor den Auswirkungen von starken, schädigenden Impulsen, doch zu lange Stressreize belasten allgemein mehr als sie nützen. Sie verringern vor allem unsere mentale Funktion und bringen uns in der Evolution mehr zurück in alte Gehirnteile. Innovatives, lösungsorientiertes Denken ist dann nicht mehr wirklich möglich. Alles dreht sich ums das Problem.

Ein Beispiel:

Wenn Du viele Stunden im Büro vor dem PC sitzt und vielleicht auch noch Mobbing oder Termindruck ausgesetzt bist, dann entsteht Chaos und das Immunsystem beginnt sich eigendynamisch und hartnäckig zu wehren. Die Muskulatur baut Spannung auf, Du verkrampfst Dich vor allem im Nacken. Die Durchblutung verabschiedet sich nun aus Bereichen, die zum Überleben nicht notwendig sind. Dort fehlt dann auch Sauerstoff und das Gewebe wird unterversorgt. Fettspeicher werden langfristig für schlechte Zeiten aufgebaut, da der Körper offiziell in Gefahr ist. Die Infektanfälligkeit steigt, da Stresshormone das Immunsystem schwächen.

Auswirkungen von chronischem Stress

Aus Leben wird Überleben. Chronischer Stress im Beruf, in der Beziehung oder auch auf ungeklärter, emotionaler Ebene drückt sich dann anhand entgleister Anpassungsreaktionen aus. Diese Prägung kann schon aus einer Zeit kommen, die wir längst vergessen haben bzw. gar nicht miteinbeziehen wollen. Ist doch spannend, oder? Dann wird es auch schwer, sich um die artgerechte Ernährung zu kümmern. Da können uns derartige Ratschläge wirklich gestohlen bleiben, oder? Auf der Flucht ist der Gedanke ans gesunde Essen nicht vorrangig. Zumindest meinen wir das dann.

Die Psycho-Neuro-Immunologie bezieht vorgeburtliche Ereignisse, z.B. hohen Stress der Mutter in der Schwangerschaft, ebenso ein, wie auch frühkindlichen Stress in der Familie und aus der Zeit der Jugend. Deine Geschichte bekommt also individuelle (von individuo – untrennbar) Bedeutung am Wohlbefinden und wie Du Dich um Dich selbst kümmern kannst. Doch Du hast es in der Hand.

Der Körper – dazu zählt auch unser Gehirn! – ist es gewohnt, Belohnungen zu empfangen und dankt mit Botenstoffen des Glücks (Serotonin, Dopamin). Bleiben diese Belohnungen in Form eines konstanten Stressimpulses aus, dann entsteht ein eigendynamischer Teufelskreis mit funktionellen und körperlichen Fehlfunktionen im Jetzt, obwohl die Ursache viel weiter zurück liegt.

Übergewicht und chronische Krankheiten und Symptome wie Verdauungsprobleme, depressive Verstimmung bis hin zu ernsthaften psychischen Einschränkungen haben freie Bahn. Es erübrigt sich die Frage, ob in diesen Fällen ein Medikament gegen ein Symptom wie  z.B. Gastritis die Lösung bringt, welches meist auf chronischen Stress zurückzuführen ist.

Die Nebennieren, ihres Zeichens auch für die Produktion des Stresshormons Cortisol zuständig, ermüden dann Schritt für Schritt (stellen zum Teil die Produktion über den Tag fast komplett ein) und aus der allgemeinen Anpassungsreaktion wird ein chronisches Erschöpfungssyndrom. Dann geht nicht mehr viel. Vor allem die morgendliche Energie ist irgendwo um Keller zu suchen und gerade noch von Erzählungen bekannt. Da hilft auf Dauer auch kein Kaffee – im Gegenteil.

Auch die gesunde Schilddrüsenfunktion kann darunter leiden. Dies vor allem bei Frauen, bzw. in deren Körpern und Gehirnen zeigt sich die Auswirkung von zu viel Stress schneller und deutlicher finde ich. Macht alles Sinn, wenn die Evolution miteinbezogen wird.

Fazit

Die Kommandozentrale namens Gehirn bestimmt also, ob wir gesund sein können oder nicht. Somit bekommt der Pflege des Gehirns und somit unserer mentalen Vorgänge maximale Bedeutung zu! Geistige wie seelische Ansätze bestätigen dies schon seit geraumer Zeit. In turbulenten Zeiten der Über-Information wie diesen ist Rückzug und Innenschau lebensnotwendig geworden, um sich nicht zu verlieren. Willst Du Kapitän sein oder lebenslanger Passagier? Dann bleib mal kurz stehen und frag Dich dies ganz konkret.

Ich wünsche Dir natürlich nicht, dass dies alles nach Weihnachten nun auf Dich zutrifft. Vielleicht erinnert es Dich aber an etwas und Du beginnst, die Zusammenhänge zu erkennen. Symptome, so klein sie auch sein mögen, sagen immer etwas über Deinen Gesamtzustand aus und brauchen Aufmerksamkeit und die passende Handlung im Moment. Mit ein wenig Übung geht das. Sei neugierig und es Dir vor allem wert. Lies dazu doch mein aktuelles E-Book. Alles Gute für 2016 wünsche ich Dir.

Möglichkeiten zur Unterstützung in harten Zeiten

Mikronährstoffe wie B-Vitamine, Omega 3 Fettsäuren und Magnesium werden im Stress vermehrt verbraucht. Diese gehen dann natürlich auch woanders ab. Am besten merkt man das an der mentalen Leistung. Das kann ich nach leidvoller Vergangenheit mehr als bestätigen. Die allgemeine, nervliche Erregung steigt und das Gefühl unter Strom zu stehen ist auch wirklich ein solches im übertragenen Sinne: die Neuronen feuern wie wild und sind nicht mehr zu bremsen. Außer es wird wieder aufgefüllt. Und die eigentliche Ursache, der hoffentlich bekannte Stressreiz, muss natürlich besänftigt werden. Tägliche Meditation ist da z.B. (m)ein Mittel der Wahl. Denn wenn auch noch der Schlaf in Gefahr ist, dann ist Feuer am Dach. Wortwörtlich.

 

Empfohlene Literatur

Das egoistische Gehirn: W ...von Prof. Dr. Achim Petersmehr Details
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Michael
Michael

kam über die Physiotherapie zur klinischen Psycho-Neuro-Immunologie. Die eigene Geschichte veranlasste ihn, immer tieferes Verständnis über Geist, Emotion und Nahrung zu erleben und danach herzoffen weiterzugeben. Als "GEN-Schalter" schreibt und inspiriert er hier und öffentlich, um Mut für gesunden Erfolg und selbstbestimmte Freiheit zu machen.