Wenn die Darmbakterien das Kommando übernehmen

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Es war irgendwann im Winter 2010, als ich nicht mehr aus dem Loch der Energielosigkeit kam. Verdauungsbeschwerden durch eigenartige Darmbakterien waren tagtäglich meine Beleiter, die Stimmung war im Keller. Ich hatte schon vieles probiert, immer nur mit mäßigem Erfolg.

Mein Lebensstil war meiner verzerrten Meinung nach gesund, doch ich schwindelte mich so durch, da das ständige, unangenehme Gefühl immer nach Beruhigung durch übermäßiges Essen und immer wieder Alkohol suchte. Ich fühlte mich ferngesteuert. Doch dann hatte ich eine interessante Erfahrung:

Der Widerstand gegen Antibiotika war sehr hoch, da ich in meiner Vergangenheit gefühlte Tonnen davon verzehren habe müssen. Irgendwie kam ich aber wieder darauf. Zwei Tage nach der Einnahme waren meine Symptome verschwunden und ich fand mich langlaufend in bester Stimmung unter der strahlenden Sonne.

Mein Leben war zurück, ich war geheilt!

Glaubte ich zumindest.

Die bösen Darmbakterien kommen zurück

Nach dem Absetzen der heilenden Medizin kamen die Symptome schleichend in gefühlter, zehnfacher Potenz zurück. Was war passiert?

Resistente Keime ließen es sich nicht nehmen, wieder die Übermacht in meinem Darm zu ergattern. Und das erschreckend schnell. Ich war verzweifelt, hatte wieder alle möglichen Reaktionen auf Essen und zwischendrin. Die Lebensqualität nahm stetig ab. Ich bekam richtig Angst, diese ständige, paradoxe Angst war wieder da. Stress machte sich in meinem gesamten Körper breit. Ich war wieder an einem Punkt, wo ich schon viel zu lange festsaß. Das ganze Wissen um alternative Heilmethoden half nichts. Panik.

Im Vorfeld hatte ich immer wieder Versuche gestartet, meinen Darm zu sanieren und die bösen Darmbakterien zu verdrängen. Doch irgendwie sollte es nicht klappen.

Meine mentale Situation war – wie vielleicht schon zu erahnen – auch nicht gerade die beste zu der Zeit. Ich hatte noch nicht die innere Ruhe gefunden, um ein Programm zur Besserung durchzuziehen. Zu sehr stresste mich die immer wieder anstehende Veränderung, zu sehr fühlte ich mich schon im Vorfeld beschnitten durch die Nahrungsmittelkarenz und die Eingriffe in meinen alltäglichen Lebensstil. Ich war gefangen und hilflos.

Die Geschichte hinter der Geschichte – ein kleiner Auszug

Heute – aus der Ferne und mit großem Abstand – kann ich mir mit meinem aktuellen Stand des Wissens zusammenreimen, was sich da in mir so abspielte. Die Sache war schließlich vorher schon da und dauerte auch noch danach eine Weile. Ich versuche nun verständlich zusammenzufassen, was vor sich ging.

Die fühlbaren Darmprobleme begannen nach meiner Blinddarm-OP als ich 16 Jahre war. Ich hatte überhaupt keine Entfernung notwendig, stellte sich nach dem Eingriff heraus. Es war eine Darmentzündung, welche dann ca. eine Woche danach noch derartig rebellierte, dass ich kaum das Bett verlassen konnte und nebst massivem Gewichtsverlust auch ständige Kreislaufprobleme hatte.

Was gab es als Therapie: Antibiotika.

Wie schon so oft in meinem Leben davor bei allen, möglichen Infekten.

Starker, emotionaler Stress war in Kindheit und Jugend mein ständiger Begleiter. Eine Tatsache, die bei Darmproblemen nicht übersehen werden darf und die Zeit vor der Operation prägte.

Später beim Bundesheer kamen die bösen Legionellen. Wer nicht weiß, was das ist – besser so. Die Lunge gab beinahe ihre Funktion auf.

Was gab es als Therapie: Monatelang Antibiotika – stationär wie ambulant.

Verschiedene Sorten, da manche nicht wirkten. Zumindest nicht gegen die zu bekämpfenden Keime.

Nach einem Autounfall und gebrochenem Brustbein in turbulenten Zeiten wollte mein Herz nicht mehr so richtig. Aus einer lebendigen Sinuswelle wurden unregelmäßige Zacken und hochfrequente, chaotische Schläge in Maschinengewehr-Art. Intensivstation.

Was gab es als Therapie: Antibiotika. Irgendwie zum Lachen (jetzt geht es)

Trotz (oder vielleicht wegen) einer Impfung bekam ich Typhus in Indonesien.

Therapie: Antibiotika namens Chloramphenicol – bei uns sogar nicht mal mehr für Pferde zugelassen.

Ein aufgebohrter Zahn blieb offen, da die nette Zahnärztin empfand, dass er in seiner Pracht erhalten werden soll, obwohl das Loch bis in die Kieferhöhle ragte. Schmerzen waren kaum auszuhalten, doch von Termin zu Termin immer neue Rettungsversuche. Es wird schon, hieß es.

Was gab es als Langzeittherapie: Antibiotika. Monatelang. Bis ich wieder auf der Intensivstation lag. Mit 29. Das Herz – Du weißt schon.  Hatte also etwas damit zu tun. Alles hängt zusammen. Nur in der konventionellen Medizin nicht. Da ist alles anders.

Später noch eine wilde Salmonelleninfektion.

Therapie der Wahl: Quizfrage? Du kennst die Antwort.

Notiz am Rande: Der ominöse Zahn wurde dann gezogen. Leider keine Rettung. Ständige Entzündungen weichten die Wurzeln auf wie Gummi. Festhalten am Alten und Kaputten hilft nichts – das wissen wir schon.

Antibiotika: Gift für Darmbakterien und Zellkraftwerke

Kennst Du Mitochondrien? Die Zellkraftwerke in uns? Diese haben bakteriellen Ursprung, wie wir als Menschen ja auch. Kannst Du Dir vorstellen, was passiert, wenn diese nicht mehr anständig arbeiten, wenn Dir permanent Gift in Form von Antibiotika präsentiert wird? Du stirbst. Und damit auch die von Dir produzierte Energie. Logisches Resultat: tiefe Erschöpfung und Müdigkeit.

Des weiteren ist nicht mehr unbekannt, dass Antibiotika die gute Darmflora ziemlich auslöschen können – alleine bei einer einzigen Gabe im Kindesalter. Und später natürlich auch. Wir sind nicht so stark wie wir glauben.

Ich glaube diese kleine Geschichte von oben reicht als gutes Beispiel aus.

Gerne übernehmen E. Coli und/oder Clostridien die Herrschaft im Darm und produzieren ständig Gifte für Körper und Gehirn. Leaky Gut als Folge kennst Du hoffentlich bereits?

Doch welche Möglichkeiten gibt es, wenn ein chronisch gereizter Darm – voll mit unerwünschten Darmbakterien – und vor allem die Auswirkungen auf das Gehirn und die Gedächtnisleistung einem das Leben schwer machen? Wenn gefühlt alles den Bach runter geht, die Gesundheit einem durch die Finger gleitet, sich Körpermasse verabschiedet, weil das Immunsystem alles verwertet und in jungen Jahren Osteoporose zum Thema wird …

Lernen, lernen …

Nur jemanden, der lernwillig ist, kann man lehren …

Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich auf die Suche nach Lösungen zu begeben. Die Zusammenhänge zu verstehen und vor allem: nach den Erfahrungen zu handeln und das neue Wissen anzuwenden. Meine Fortbildungen war Selbsttherapie, wie so oft im Leben. Doch es dauerte noch ein wenig länger und neuere Erkenntnisse folgten. Wissen heißt nicht immer gleich Können.

Mit vielen, guten Darmbakterien zu einem neuen Leben

Die Forschung um die unsichtbaren Bewohner in und auf uns ist schlichtweg faszinierend. Es gibt rund 10x soviel mehr bakterielle (Mikrobiom) wie menschliche Gene (Genom). Die einen oder anderen von euch wissen das schon längst. Was hilft es in harten Zeiten? Nichts! Das ist kein Leitfaden, es ist eine wissenschaftliche Tatsache.

Den Zustand, dass sich die guten Darmbakterien allerdings behaupten sollten und die immunologische Barriere der Darmwand bei Schäden gefühlt viel an Aufmerksamkeit braucht, durfte ich über einige Jahre leidvoll erfahren. Auch, wie sich ein komplexes Wirrwarr aus einem entglittenen, vegetativen Nervensystem anfühlt, welches ständig schmerzvoll in den ganzen Körper feuert.

Das Abo bei der Psychotherapie war lehrreich, Körperarbeit ein ständiger Begleiter und die Ärztegänge teils teuer aber von wenig Erfolg geprägt. Was ich vermisste war ein Leitfaden, welcher mir meine Symptome erklärte und mich durch diese harte Zeit führte. Das kann ich im Nachhinein gut sagen.

Ich lernte, wie Darmsanierungsprotokolle mit Probiotika, Glutamin, Zink & Co. funktionieren. Wie langfristige Einnahmen von bestimmten Nahrungsergänzungen die Lebensqualität verändern und darauf abzielen, ein verschwundenes Gleichgewicht wieder herzustellen. Anfangs mit mäßigem Erfolg. Allerdings hatte ich laufend meine Aha-Erlebnisse. Diese machten es mir möglich, in die Richtung zu schnuppern, wo ich hin wollte. Ich wollte wieder einen gesunden Körper haben, auch wenn es mir fast unmöglich erschien, ob der vielen Wunden und Narben der Vergangenheit.

Natürlich ging es weit über den Darm hinaus. Leber, Haut, Nebennieren und Gehirn waren belastet und das merkte ich auch ständig. Trotzdem funktionierte ich eigenartigerweise im Alltag. Mehr schlecht als recht, aber ich hatte ein ziemlich aktives Leben und musste nicht immer zuhause bleiben, wie manch andere Betroffene. Von der Qualität des Lebens reden wir allerdings gerade nicht.

Und heute?

Ich bin nun (fast) gesund, so wie ich mir das vorstelle.

Vielen Menschen fragen nach meinem Antrieb hinter der Bereitstellung der ganzen, aufwändigen Information über Darmgesundheit und die verwandten Themen. Was mich derartig bewegt und warum ich soviel Zeit dafür investiere?

Diese Frage erübrigt sich wohl nach dem nun Gelesenen für Dich. Die Lösung ist möglich! Du erfährst gerne laufend mehr. Ich werde nicht stiller. Ich bin dankbar, an dem Punkt zu sein wo ich mit Dir diese Erfahrungen ehrlich und aufrichtig teilen kann.

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Michael
Michael

kam über die Physiotherapie zur klinischen Psycho-Neuro-Immunologie. Die eigene Geschichte veranlasste ihn, immer tieferes Verständnis über Geist, Emotion und Nahrung zu erleben und danach herzoffen weiterzugeben. Als "GEN-Schalter" schreibt und inspiriert er hier und öffentlich, um Mut für gesunden Erfolg und selbstbestimmte Freiheit zu machen.