Von negativen Emotionen stirbt man nicht

Emotionen
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So stellst du Kontakt zu deinen Emotionen her. 

Ist das Negativ? 

Diese Emotionen. Ganz ehrlich. So einfach ist da garnix, wenn irgendwann am Weg Freiheit und schöpferische Qualität als Leitstern gewählt werden, und auf der anderen Seite ein Vorleben existiert, dass wirklich ALLES tun wird, um den Durchbruch zu verhindern, da das Gehirn keine wahre Veränderungen in der Tiefe mag, außer die Entscheidung ist dazu getroffen und integriert. Und da sind noch die verschiedensten Beziehungen und Interaktionen in Systemen wie Familie, Job, Freundschaften etc. 

Meistens nicht vollständig erlöst, da keine Zeit dazu. 

Viel Schönreden. 
Alles wird gut. 
Durchhalteparolen. 
Flucht nach vorne. 
Ernüchterung vorprogrammiert. 

Und wie steht es um deine Sehnsüchte und das Gap, den Abstand dazwischen, wenn es reine Gedanken sind und die dazugehörige Handlung jedoch stark davon abweicht? Das Mind-Behaviour Gap nennt sich das. Je größer der Abstand, umso geringer wird die Selbstachtung. Knackig, doch wahr. Wo ist der Mut zum genauen Hinsehen in der gewählten Stille? Wer kann sich das heute noch leisten im Dampfzugtempo? Da bleibt immer wieder irgendwas auf der Strecke, wenn nicht Bewusstheit das stetige Treiben durchdringt und mal die Karten auf den Tisch legt. 

“So schauts aus!” sagt dann das Leben.

Und dann gehts um das Annehmen … oder halt Wegsehen.  


Die wahrlich positive Seite 

Das ist auch der Grund, warum ich erst nach fast einem halben Jahr wieder in der Lage bin, einen gefühlt authentischen Artikel zu schreiben. Vorher wäre da irgendein eingelernter Mist (nicht nur versteht sich, doch einfach nicht ich) rausgekommen, aus Büchern, Podcasts, Hörbüchern, der zwar superstimmig resoniert, jedoch in der Erfahrung nicht verankert war. Da sprach oft die Sehnsucht nach dem Leben, welches zwar klar angestrebt wurde, doch irgendwie in gewissen Bereichen nicht die Ergebnisse brachte, die damit erhofft waren. 

Hoffen. 

So wie der Lottospieler immer hofft, dass er den großen Treffer macht. Das wird nicht geschehen. Denn wenn, dann ist die Hoffnung weg. Und das ist ja der Grund, warum er spielt. Nicht gewinnen ist das Motto. 

Und wie ich froh bin! 

Durch dieses Tal hindurchzugehen und annehmen zu können was ist. Und dadurch wieder Kontakt zu mir zu bekommen und meine ungeliebten Muster zu durchblicken. Klar mit mir zu kommunizieren. Die wahren Bedürfnisse zu erforschen.

Das freut das Herz, welches sich gerade bei mir bei der kleinsten Unstimmigkeit sofort mit Arrhythmien meldet. Als ob es mir sagen mag: “Da läufts nicht rund Michael, stelle dich dem, schau der Angst ins Gesicht!”


Emotionale Intelligenz und Kommunikation 

Bevor wir Menschen mit uns selbst gut umgehen, suchen wir lieber nach Lösungen im Außen, um möglichst liebenswert zu erscheinen und unsere Anerkennung nicht zu riskieren. Wir suchen uns auch genau solche Menschen, die das auch machen. Co-Abhängigkeit statt Co-Kreation. Das ist weniger aufwändig und schaut gut aus. Schließlich bemühen wir uns ja offensichtlich, leisten gute Arbeit, sind immer da, wenn was gebraucht wird und torpedieren somit unsere eigenen Grenzen Schritt für Schritt, bis die Aufforderung zur Selbstfürsorge einsetzt. Mal früher, mal später. Es führt kein Weg vorbei. Symptome kommen und zeigen sich. 

Ich liebe die Intelligenz unserer Existenz. Ein wahres, ehrliches Wunder, welches keine Lüge toleriert. Und trotzdem ist es weit verbreitet, sich in diese Zwischenwelt zu begeben. Mal ganz ehrlich: Ist das eine Option für dich in diesem Leben? Zwischenwelt. Wie fühlt sich das an? 

Stelle Kontakt zu deinen Emotionen her

Vivien Dittmar beschreibt fünf gängige Überlebensstrategien im Buch “Der emotionale Rucksack”, um emotional nicht oder nur oberflächlich in Kontakt mit seinen eigenen Wunden zu kommen und so in dieser Zwischenwelt zu verharren. 

  1. Betäubung
  2. Ablenkung
  3. Kompensation 
  4. Abreagieren
  5. Analyse

Diese regieren das Leben unbewusst. Das ist ein offenes Geheimnis und doch so lebendig. Gerade sogenannte negative Emotionen wie Wut, Angst, Ärger, Trauer und traumatische Erfahrungen brauchen die volle Aufmerksamkeit und Annahme und werden fälschlicherweise als nicht-salonfähig betitelt, da sie mit der Erfahrung von Gewalt in Verbindung stehen. Stimmt jedoch nicht im Allgemeinen. Diese Versionen haben alle eine Ursache und diese möchte gefühlt werden. Das kann mit anhaltender, bewusster Praxis sogar eine ganz schöne Zeit dauern. Doch dann ist es durch. Dann wird z.B. aus Aggression einfach nur Aggression. Nicht mehr. 

Dazu braucht es: 

Dich selbst und eine andere (am besten neutrale) Person, um diese bewussten Entladungen zu praktizieren. Dann entsteht durch die bewusste, tiefe Anteilnahme ein Raum, der urteilsfrei diese einstigen Laster einlädt und Frieden entstehen lassen kann. Diese Praxis geht in die Tiefe, der inneren Zündschnur folgend um nach der Reihe emotionale Altlasten, Traumen und kollektive Ladungen abzuarbeiten. Das ist wirklich Arbeit. 

Was hier so einfach klingt ist es in Wirklichkeit auch, doch braucht wahrlich tiefe Einblicke und das Wissen dahinter – zumindest für mich als wissbegierige Eule. Denn so eine Form des Umgangs mit Emotionen haben wir nicht gelernt. Ich kenne niemanden, der das einfach so aus dem Ärmel schüttelt. Du vielleicht? 


Das Geschenk der gefühlten Emotionen

Wenn es anfänglich wohl oft der Moment der gefühlten Überforderung ist, welcher dann einsetzt, wenn die abgepackten Emotionen sich wirklich über den Körper zeigen dürfen, ist es nicht der Grund, warum wir es nicht machen sollen. Denn was nicht rauskann bleibt drin und schadet. Punkt. Mit der Zeit wird das alles fixe Routine. 

Für mich sind es die Momente danach, dieses Gefühl von Dankbarkeit, sich selbst wieder ein bisschen mehr von sich geschenkt zu haben. Das fördert die Verbundenheit, die wahre Verbundenheit zu den Wurzeln, nicht weg davon durch Flucht ins Außen. Das ist das Geschenk, welches jedesmal hinter der Türe durch die Schwelle des Mutes wartet. 

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Michael
Michael

kam über die Physiotherapie zur klinischen Psycho-Neuro-Immunologie. Die eigene Geschichte veranlasste ihn, immer tieferes Verständnis über Geist, Emotion und Nahrung zu erleben und danach herzoffen weiterzugeben. Als "GEN-Schalter" schreibt und inspiriert er hier und öffentlich, um Mut für gesunden Erfolg und selbstbestimmte Freiheit zu machen.